Über die Zeit, über die Menschen, über Wien
Heritage
Eingebettet in vier historische Palais aus dem 19. Jahrhundert an der berühmten Wiener Ringstraße trägt das The Ritz-Carlton, Vienna ein Erbe in sich, das weit über die klassische Hotellerie hinausreicht. Ursprünglich als private Residenzen einflussreicher Familien und bedeutender Persönlichkeiten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie errichtet, waren diese Gebäude über Jahrzehnte hinweg Zeugen des kulturellen Wandels, persönlicher Geschichten und der fortwährenden Entwicklung Wiens.
Zwei Palais, die den Ursprung des Hauses prägen
Das Palais Gutmann und das Palais Ölzelt bilden einen wesentlichen Teil des historischen Fundaments des heutigen Hotels. Errichtet während der großen Ringstraßenära Wiens, spiegeln beide Gebäude das architektonische Selbstbewusstsein einer Stadt wider, die sich als politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum Europas neu definierte. Ursprünglich als repräsentative Privatresidenzen geschaffen, verkörperten sie den Lebensstil und die Ambitionen der Wiener Gesellschaft. Bis heute prägen ihre sorgfältig erhaltenen Fassaden und historischen Proportionen den Charakter des Hauses und verbinden die Eleganz vergangener Zeiten mit der Erfahrung in moderner Hotellerie.
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Treffpunkte der Wiener Gesellschaft
Das Palais Borkenstein und das Adels Casino verleihen der Geschichte des Hauses eine besondere gesellschaftliche Dimension. Während das Palais Borkenstein die architektonische Kontinuität der Ringstraßenära widerspiegelt, galt das Adels Casino als bedeutender Treffpunkt der Wiener Aristokratie – ein Ort, an dem das gesellschaftliche Leben und wegweisende Gespräche den Charakter ihrer Zeit prägten. Heute setzt sich diese Tradition der Begegnung in neuer Form fort. Als Teil des The Ritz-Carlton, Vienna bleiben beide Gebäude Orte des Zusammenkommens und führen ein Erbe fort, das seit jeher von Verbindung, Austausch und dem Geist Wiens geprägt ist.
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Lange bevor die vier Palais zum The Ritz-Carlton, Vienna wurden, waren sie ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens der Stadt. Errichtet gegen Ende des 19. Jahrhunderts während der Wiener Ringstraßenära, dienten sie zunächst als repräsentative Privatresidenzen und Geschäftssitze einflussreicher Persönlichkeiten der Wiener Gesellschaft. Innerhalb ihrer Mauern wurden Gespräche geführt, die Wirtschaft, Kultur und Diplomatie mitprägten – Ausdruck des Geistes einer Stadt im Herzen Europas. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Gebäude gemeinsam mit Wien weiter. Mit großer Sorgfalt restauriert, blieb ihr historischer Charakter bewahrt, während sie zugleich eine neue Bestimmung als Ort der Gastfreundschaft erhielten. Mit der Eröffnung des Hotels im Jahr 2012 begann nicht nur ein neues Kapitel in der Geschichte der Gebäude, sondern zugleich die Fortführung ihrer langen Tradition, bedeutende Persönlichkeiten aus aller Welt willkommen zu heißen. Heute lebt das Erbe dieser Palais in jedem Detail weiter – von den liebevoll erhaltenen architektonischen Elementen bis hin zu jener Atmosphäre zurückhaltender Pracht, die den Charakter des Hauses bis heute auszeichnet.
Geschichte findet sich nicht nur in Archiven oder hinter denkmalgeschützten Fassaden. In diesem Haus lebt sie in den leisen Ritualen des Alltags weiter. Im Morgenlicht, das durch die historischen Fenster fällt. In Gesprächen in der Lobby. Und in jenem Gefühl des Ankommens, das diese Adresse seit Generationen prägt. Was einst mit privaten Residenzen begann, ist heute ein Ort der Begegnung für Menschen aus aller Welt. Reisende, Vordenker, Künstler und Entdecker führen die Tradition jener fort, die vor ihnen hier ein- und ausgingen. Mit jedem Aufenthalt, jedem Gespräch und jeder Rückkehr wächst die Geschichte dieses Hauses weiter – geprägt von den Menschen, die ihm Leben verleihen.
Die Ringstraßenära
Im späten 19. Jahrhundert durchlebte Wien einen der bedeutendsten städtebaulichen Wandel seiner Geschichte. Mit dem Verschwinden der alten Stadtmauern entwickelte sich die Ringstraße zu einem Symbol des Fortschritts, gesäumt von prächtigen Residenzen, kulturellen Einrichtungen und architektonischen Meisterwerken einer aufstrebenden Metropole.
Eine Zeit der Transformation
Im Laufe des 20. Jahrhunderts erlebte Wien politische, gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen, und auch diese Gebäude entwickelten sich gemeinsam mit der Stadt weiter. Ihre Bestimmung wandelte sich, als neue Generationen neue Wege fanden, diese historischen Räume zu nutzen. Dabei bewiesen sie ihre Fähigkeit zur Anpassung, ohne ihre architektonische Würde zu verlieren.
Ein neues Kapitel beginnt
Mit der Eröffnung des The Ritz-Carlton, Vienna im Jahr 2012 begann ein neues Kapitel in der Geschichte der vier Palais. Durch eine behutsame Restaurierung wurden die Gebäude sorgfältig miteinander verbunden, wobei ihr individueller Charakter und ihre historische Identität erhalten blieben.
Unter Eisenmengers Meisterwerk
Innerhalb der historischen Mauern des Hotels bleibt die Kunst eine der authentischsten Verbindungen zur Vergangenheit Wiens. Eines der eindrucksvollsten Beispiele dafür ist das Deckenfresko "Die zwölf Monate“ des Wiener Malers August Eisenmenger, das sich in der ehemaligen Beletage des Palais Gutmann befindet und heute ein Teil der Presidential Suite ist. Eisenmenger zählte zu den bedeutenden Künstlern der Ringstraßenära und wirkte unter anderem auch im berühmten Wiener Musikverein mit. Sein Werk spiegelt eine Epoche wider, in der Architektur und Kunst untrennbar miteinander verbunden waren. Die Bewahrung dieser Details ermöglicht es dem Haus, weiterhin Teil der Kulturgeschichte Wiens zu sein und nicht nur seiner architektonischen Vergangenheit.
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Wo Wiens Vergangenheit auf seine Gegenwart trifft
Ein Haus voller Geschichten
Seit dem späten 19. Jahrhundert stehen diese Palais in enger Verbindungen mit dem gesellschaftlichen und kulturellen Leben Wiens. Mitglieder der kaiserlichen Gesellschaft, führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Diplomatie schritten einst durch diese Hallen – in einer Zeit, in der die Ringstraße ein neues, modernes Wien verkörperte. Heute wird diese Geschichte weitergeschrieben, denn Vergangenheit wird hier nicht nur in Erinnerung behalten, sondern jeden Tag aufs Neue gelebt.
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Im Ursprung besteht das Gebäude des The Ritz-Carlton, Vienna aus vier historischen, heute denkmalgeschützten Palais aus dem 19. Jahrhundert, die miteinander verbunden wurden. Die prächtigen Bauten entstanden zwischen 1865 und 1871, zur Blütezeit der Wiener "Ringstraßen-Architektur". Schubertring 5 wurde ursprünglich 1866 als "Adels Casino" errichtet und beherbergt heute die Lobby des The Ritz-Carlton, Vienna. Bereits im 19. Jahrhundert hatte das Gebäude den Charakter eines Hotels, da schon damals adelige Junggesellen hier übernachten konnten. Das "Adels Casino" wurde vom berühmten Architekten Johann Romano von Ringe erbaut, der weitere 22 Gebäude rund um die Ringstraße entworfen und errichtet hat. Schubertring 7 wurde 1865 vom Architekten Anton Ölzelt als Wohnsitz für seine Familie geschaffen und trägt deshalb den Namen "Palais Ölzelt".
Heute befinden sich in dem historischen Gebäude die Räumlichkeiten für Meetings, das Dstrikt Steakhouse und die D-bar. Das Palais am Beethovenplatz 2 wurde zwischen 1868 und 1869 vom renommierten Architekten Friedrich Schachner für die Familie Borkenstein gebaut. Und das Gebäude am Beethovenplatz 3 trug ursprünglich den Namen "Palais Gutmann": Wilhelm Ritter von Gutmann gründete das größte Kohleunternehmen der österreichisch-ungarischen Monarchie.
Die vier ehemals einzelnen Gebäude wurden von der GiroCredit nach und nach zwischen 1939 und 1970 verbunden und als Bank- und Bürogebäude genutzt. 1999 wurde der gesamte Gebäudekomplex an die Erste Bank verkauft, die ihn bis 2005 als Bürogebäude nutzte, ehe die BAI die Gebäude übernahm und in ein Hotel umwandelte.
1848
Nach der Abdankung von Kaisers Ferdinand bestieg Kaiser Franz Joseph den Thron. Zu diesem Zeitpunkt war Österreich eine Großmacht und das drittgrößte Land Europas. Der Vielvölkerstaat stellt den frisch gekrönten Kaiser jedoch vor große Herausforderungen.
25. Dezember 1857
Kaiser Franz Joseph beschloss den Bau der Ringstraße als Ersatz für die alten Stadtmauern Wiens, um seinen prächtigen Wohnsitz noch weiter zu bereichern. Er beschrieb das Bauprojekt der Ringstraße als "Verschönerung seiner Residenz- und Reichshauptstadt". Es handelte sich um das bis dato größte städtebauliche Ereignis, das drei konkrete Ziele verfolgte:
Einerseits hatte der Kaiser politisch motivierte Ziele: Er beabsichtigte, Wien in eine Weltstadt zu verwandeln, um Macht und Stärke der Habsburger Monarchie in Europa unter Beweis zu stellen.
Zweitens verfolgte Kaiser Franz Joseph logistische Ziele: Er plante, Wien mit den Vorstädten verbinden und den Handel zwischen verschiedenen Städten zu erleichtern.
Und drittens wollte der Kaiser gesellschaftliche Verbesserungen einführen: Sein Plan beinhaltete das Aufbrechen der zuvor starren Gesellschaftsstrukturen und einen Ausgleich zwischen der enormen Macht des Kaiserhauses und der breiten, ärmlichen Masse mit wenig Macht und Einfluss. Im Zuge technischer und wirtschaftlicher Fortschritte in den Bereichen Technik, Verkehr, Handwerk und Finanzwesen hatte sich ein Großbürgertum gebildet, das sich als neuer, selbstbewusster Stand positionierte und auch politisch Einfluss nahm. Das Projekt "Ringstraße" involvierte weite Teile dieses Großbürgertums, etwa Lieferanten von Ziegeln oder Architekten, die noch mächtiger wurden und ihren gesellschaftlichen Status weiter verbesserten. So diente die Ringstraße auch ein wichtiges Symbol für den wirtschaftlichen Aufschwung in der Hauptstadt des Kaiserreichs.
1860
Die Planung der Ringstraße wurde abgeschlossen: Auf einer Strecke von 4 Kilometern sollten 800 Bauwerke errichtet werden.
1860–1914
Der Bau der Ringstraße wurde umgesetzt. Viele der heute besonders beliebten Sehenswürdigkeiten, etwa die Staatsoper, das Rathaus, das Parlament, die Universitätsgebäude, die beiden größten Wiener Museen (das Kunsthistorische Museum und das Naturkundemuseum), das Burgtheater und zahlreiche Palais datieren aus dieser Zeit. Das einzige berühmte Museum, das nicht an der Ringstraße erbaut wurde, ist das Ausstellungsgebäude der Wiener Secession. Im Gegensatz zu den anderen Gebäuden präsentierte die Secession sich nicht im Stile des Historismus, sondern im Jugendstil. Da dem Kaiser diese Architekturform nicht gefiel, musste die Secession außerhalb der Ringstraße erbaut werden.
1. Mai 1865
Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth eröffneten die Ringstraße feierlich.
Nach 1865
Der Schubertring, also der Teil der Ringstraße, an dem heute das The Ritz-Carlton, Vienna steht, galt damals als exklusivste Wohnadresse. Ein Grund dafür war die Nähe zum Stadtpark, was eine sehr hohe Lebensqualität gewährleistete. Auch zum Schwarzenbergplatz ist es nicht weit, wo Erzherzog Ludwig Viktor residierte, der Bruder von Kaiser Franz Joseph. Diese Tatsache machte die Adresse noch hoffähiger. Es gehörte zum guten Ton, sonntags zwischen 11 und 14 Uhr auf der Ringstraße zu flanieren und die Wiener Prominenz zu beobachten. Bis zum heutigen Tag erfreut es sich großer Beliebtheit, sich in einem der vielen Wiener Parks zu erholen oder sonntags einen Spaziergang an der Ringstraße zu unternehmen, um zu sehen und gesehen zu werden.
Die Gebäude, aus denen das Hotel besteht, unterscheiden sich eindeutig voneinander. Und das gilt auch für die abwechslungsreiche Umgebung, die ebenso interessant ist wie die Architektur: Vor dem Hotel verläuft die renommierte Ringstraße, links befindet sich die Fichtegasse, an die Rückseite grenzt der berühmte Beethovenplatz und rechts liegt die Christinengasse.
Mit den Worten "Es ist mein Wille …" ordnete Kaiser Franz Joseph 1857 den Abriss der Stadtmauern rund um das historische Wien an. Er wollte die Stadt Wien erweitern und besser an die Vororte anbinden. Zu diesem Zweck ließ er die prächtige Ringstraße bauen. Heute gehört die Ringstraße zum historischen Wiener Stadtzentrum und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Die Fichtegasse wurde nach dem deutschen Philosophen Johann Gottlieb Fichte benannt. Früher befanden sich hier Befestigungsanlagen und die Wasserkunstbastei, die der Bewässerung der kaiserlichen Gärten diente.
Der Beethovenplatz erfreut sich im Frühling und Sommer großer Beliebtheit bei allen, die sich eine kurze Pause gönnen oder die Sonne genießen möchten. Mitten auf dem grünen Platz befindet sich das Beethoven-Denkmal. Beethoven wählte die österreichische Hauptstadt als seinen dauerhaften und endgültigen Wohnsitz, wo er viele seiner Meisterwerke komponierte. Zu seinen Ehren wurde 1880 das Denkmal enthüllt. Auf der linken Seite befindet sich Prometheus, Freund und Kulturstifter der Menschheit in der griechischen Mythologie. Auf der rechten Seite sieht man Viktoria, die geflügelte Siegesgöttin, die dem Komponisten einen Lorbeerkranz reicht, der besonderen Erfolg, Ehre und Auszeichnung symbolisiert. Die neun Kinder am Fuße der Statue repräsentieren die neun Symphonien Beethovens.
Die Christinengasse auf der rechten Seite des Hotels ist nach einer Tochter Maria Theresias benannt, die mit Albrecht von Sachsen-Teschen verheiratet war. Er gründete das bekannte Wiener Kunstmuseum Albertina, dessen Name sich aus den Vornamen des Ehepaars (Albert und Christina) zusammensetzt.
The Ritz-Carlton, Vienna hat einen ganz besonderen Charakter und wurde im architektonischen Stil des Historismus erbaut, der Elemente älterer Stile wie Renaissance oder Romantik aufgreift, parallel aber auch Entwicklungen des Jugendstils umsetzt. Von außen lässt sich das historische Gebäude erkennen, das im Innenbereich von zeitgenössischem Luxus ergänzt wird, für den die Umgebung als Inspiration diente. Der Einfluss der Ringstraße auf das Design manifestiert sich in Form runder Holzelemente, etwa den Kronleuchtern der Lobby: Die Rundform repräsentiert die Form der Ringstraße, das Material Holz greift die vielen Bäume auf, die den Boulevard säumen. Die Gemälde mit Pferden stehen für die weltberühmte Spanische Hofreitschule und die allseits beliebten Pferdekutschen, die man in Wien "Fiaker" nennt.
Palais Gutmann
Erbaut zwischen 1869 und 1871
Architekt: Carl Tietz
Besitzer: Wilhelm Ritter von Gutmann
Stil: Italienische Renaissance
Die Fassade ist dem Palazzo Farnese in Rom nachempfunden
Verein Adels Casino
Erbaut zwischen 1866 und 1868
Architekten: Johann Romano, Ritter von Ringe und August Schwendenwein, Ritter von Lonauberg
Stil: Klassizismus mit Jugendstil-Elementen
Geplant und erbaut nach dem Vorbild eines englischen Elite-Clubs
Mietpalais Borkenstein
Erbaut 1869
Architekt: Friedrich Schachner
Bauherr: Karl Borkenstein
Stil: Später Historismus
Das Gebäude wurde als exklusives Miethaus mit mehreren Wohnungen errichtet
Palais Ölzelt
Erbaut zwischen 1865 und 1866
Architekt und Besitzer: Anton Ölzelt
Stil: Romantischer Historismus
Dieses klassischste der vier Palais wartet mit einer interessanten Gemäldesammlung auf.